Alle Artikel

Kraftlos

Gedanken schweifen ab. Ersatzmaßnahmen in digitaler Form werden ergriffen. Keine echten Gedanken zugelassen. Die dauerhafte Ablenkung wirkt wie Betäubung. Doch die Betäubung hält nicht lang. Es braucht dauerhaft Impulse. Fehlt der Impuls, wird nach einem neuen gesucht. Dies kostet Kraft. Kraft die an anderer Stelle fehlt und zu Überlastung oder Überforderung führt. Dies wirkt sich in Wut aus. Und Wut kostet noch mehr Kraft.

Die Konfrontation der Sache erfordert Konzentration. Zu der es aber nicht kommt, da zuvor der Betäubungsmechanismus einsetzt. Müdigkeit setzt ein.

Und man weiß gar nicht gegen was man kämpft. Und auf was man Hören soll. Das was man machen soll, vergisst man im nächsten Moment und findet sich wieder in der Ablenkung und stellt fest, dass man gerade etwas machen wollte, was man schon gar nicht mehr weiß. So hüpft man von Aufgabe zu Aufgabe und erledigt nichts von dem was man geplant hat und ist dennoch erschöpft wie nach einem vollen Arbeitstag.

Es wird gewartet auf den Abend, auf die Ruhe, nach der man sich sehnt und stellt fest, man ist schon wieder am betäuben bevor die Ruhe ansetzen konnte. So geht man aufgewühlt ins Bett. Und steht in der Unruhe auf, um direkt zu schauen was passiert ist in der Nacht. Die Betäubung setzt ein und die Ablenkung ist da. Und der Tag ist gestartet wie er beendet wurde. Die Kraft ist weg und man sehnt sich Kraft herbei und wundert sich am Ende der Stunde, des Tages, der Wochen: Es ist gar nichts passiert.